Sozialer Druck in digitalen Medien

Shownotes

In diesem Podcast sprechen wir darüber, wie sozialer Druck mit Blick auf digitale Medien die mentale Gesundheit beeinflusst und es zu sozialer Isolation kommen kann. Es werden verschiedene Sichtweisen erläutert und persönliche Eindrücke geteilt. Wir geben Impulse und wollen so ein besseres Verständnis für dieses Thema schaffen.

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00:00:00: Herzlich willkommen zur ersten Folge Source Session, dem Podcast, in dem wir mithilfe von Foto Voice über mentale Gesundheit sprechen und aufklären.

00:00:07: Wir sitzen heute zu viel zusammen und sprechen über unser Foto Voice Bild.

00:00:11: Die Aufnahme hat unsere komischen Tonen Sydney aufgenommen, die heute nicht dabei sein kann.

00:00:15: Aber das Projekt kreativ mitgestaltet hat.

00:00:17: Mein Name ist Golda.

00:00:19: Ich bin Avelin.

00:00:20: Ich bin Freya.

00:00:20: Und ich bin Beret.

00:00:22: Ich freue mich, mit euch ins Gespräch zu kommen.

00:00:23: Bevor wir tiefer einsteigen, sollten wir vielleicht klären, was versteht man eigentlich unter dem Begriff Foto Voice?

00:00:29: Also laut dem Landeszentrum Gesundheit NRW ist Photowice eine Methode, bei der Menschen ihren Alltag mit Fotos festhalten, um ihre eigenen Erfahrungen sichtbar zu machen.

00:00:38: Die Bilder werden anschließend genutzt, um über Themen wie Gesundheit, Krankheit oder soziale Lebensbedingungen ins Gespräch zu kommen, um bald schliessweise zu klären, wo Veränderungen nötig sind.

00:00:48: Das klingt ganz gut, denn das Thema der heutigen Folge wird seine soziale Isolation und mentale Gesundheit mit dem Schwerpunkt auf digitale Nachrichten.

00:00:55: Es ist sehr wichtig darüber zu sprechen, denn laut der WHO lebt jedes siebte Kind und jeder siebte Jugendliche in Europa mit einer psychischen Erkrankung.

00:01:03: Das Bild liegt ja vor uns.

00:01:04: Was ist denn auf dem Bild zu sehen und wie wirkt das Bild eigentlich auf euch?

00:01:08: Also für unsere Hörerinnen, die das bitte nicht vor sich haben, wir haben hier ein Bild mit einem Chatverlauf.

00:01:13: Es sieht so aus zwischen zwei Freundinnen.

00:01:15: Die eine hat die andere Freundin zugespämmt.

00:01:18: Und unten in der Leiste sehen wir, dass die eine Person etwas antworten möchte, als aber noch nicht abgeschickt hat.

00:01:24: Genau, also man sieht im Hintergrund erstmal ein dunkles Zimmer und das Handy dient halt als einzige Lichtquelle bzw.

00:01:32: ist halt die einzige Lichtquelle im Raum.

00:01:34: Und ja, die Nachrichten, die bauen so eine Art Druck auf.

00:01:38: Genau.

00:01:39: Und damit kann man auch halt zu der Wirkung sagen, es ist irgendwie einsam und bedrückend.

00:01:43: Also es ist so dunkel und düster Finster.

00:01:46: Das bringt alles so eine negative und deprimierende Stimmung auf, finde ich.

00:01:49: Ihr habt was von einem Druck erzählt, der sich aufbaut.

00:01:53: Wie entsteht sozialer Druck eigentlich durch digitale Nachrichten?

00:01:56: Ich glaube, der entsteht dadurch, dass wir halt diese ständige Erreichbarkeit haben und dadurch auch diese Erwartung geschaffen wird, dass wir sofort antworten müssen.

00:02:04: Auch diese Nachrichten mit, warum antwortest du nie, langsam wirkt das so, als wären wir dir egal, erzeugen auch so eine Art von Schuldgefühl einfach.

00:02:12: Und auch die Nachrichten, wir warten alle auf dich, erzeugt eine Art von Gruppenzwang.

00:02:16: Und man fühlt sich einfach so verpflichtet, immer dabei zu sein und immer sofort zu antworten.

00:02:21: Ja, und ich glaube, jeder kennt das ja auch, dass man Tage hat, an dem man einfach keine... Kraft hat, keine Motivation hat zu reden oder den Alltag zu bewältigen.

00:02:32: und dann ist natürlich auch dieser Druck hinter dem Antworten und das ist dann, dass man einfach keine Kraft dafür hat.

00:02:40: Was denkt ihr denn, warum die betroffene Person nicht antworten kann?

00:02:43: Ja, also sie schreibt ja in ihr Handy so, sorry, ich kann heute wieder nicht, schickt es aber irgendwie nicht ab.

00:02:49: Ich glaub, sie ist einfach mental überfordert.

00:02:51: Sie möchte nicht unhöflich sein, will niemand enttäuschen.

00:02:54: Und ja, kann es aber irgendwie trotzdem da nicht abschicken, weil sie vielleicht das Gefühl hat, festzustecken, hier ist alles zu viel.

00:03:01: Und ich glaub, dieser innere Druck reagieren zu müssen.

00:03:05: Und trotzdem die gleichzeitig soziale Isolation und ... der Kontaktversuch, das ist einfach überfordernd.

00:03:11: Ja, ich glaube, ihr kennt das bestimmt auch so.

00:03:14: besonders in den Wintermonaten, finde ich, dass man da weiß grad so dunkel wird, düster und kalt.

00:03:19: Manchmal wird das... wird es einfach für einem zu viel auch mit der Uni, mit der Schule, mit anderen persönlichen Sachen, dass man einfach nicht diese Energie aufbringen kann zu antworten.

00:03:30: Auch wenn man es eigentlich gerne möchte und dadurch rutscht man vielleicht auch so eine ungewollte Isolation einfach.

00:03:35: Ja, und ich denke auch, dass die Digitalisierung einen großen Teil dazu beiträgt, denn jeder benutzt heutzutage ja auch Social Media und da verstärkt sich halt auch sehr stark der Gruppenzwang und die Erwartung gegenüber dir oder generell anderen.

00:03:50: Ja.

00:03:51: Jetzt mal der Perspektivwechsel.

00:03:52: Wie könnte sich eigentlich die andere Person im Chat fühlen, die keine Antwort bekommt?

00:03:56: Ich glaube, sie macht sich vielleicht erst mal so Sorgen und wundert sich, warum sie einfach ignoriert wird.

00:04:02: Also sie, ich glaube, die bemerkt auch gar nicht, dass sie mit ihren Worten und auch den Nachrichten einfach Druck auf die andere Person ausübt.

00:04:09: Genau.

00:04:09: Und Isolation ist ja nicht nur durch Antworten, sondern auch, wenn man sich einfach ja nicht in der Lage führt und die digitale Welt verstärkt halt leider das.

00:04:19: stark und genau mentale Belastung führt dann halt dann zum Rückzug und ja.

00:04:25: mehr Druck und das ist halt so eine Art

00:04:27: Spirale, die sich immer

00:04:29: enger zusammenzieht.

00:04:30: Genau, ich glaube, es ist auch manchmal für die andere Person einfach schwer nachvollziehbar oder schwer einzuordnen.

00:04:36: Und man stellt sich die Frage so, warum wird mir nicht geantwortet?

00:04:39: Man ist dann vielleicht doch böse, weil man der anderen Person nicht immer dieses mentale Problem ansieht.

00:04:45: Was würdet ihr sagen?

00:04:46: Was das insgesamt für mentale Gesundheit bedeutet?

00:04:49: Also insgesamt dieser Kreislauf, der sich halt entwickelt, diese Spirale führt halt dazu, dass man halt auch in ein Loch fällt und man da sehr, sehr schwer überhaupt wieder rauskommt und gerade die digitale Medien und sozialen Medien verstärken das halt einfach viel, viel mehr.

00:05:09: Würdet ihr dann sagen, die digitale Welt hat wirklich viel dazu beizutragen?

00:05:14: Also ich denke schon, aber es gibt auch andere Gründe.

00:05:16: Was denkt ihr dann dazu?

00:05:18: Also ich glaube, es kann so viele verschiedene persönliche Gründe noch dazu beitragen.

00:05:22: So streiten mit den Freundinnen oder mit einem Freund.

00:05:26: Stress in der Schule, Arbeit, das kann so unterschiedlich aussehen.

00:05:31: Ja genau, also Social Media hat bestimmt einen großen Beitrag dazu, aber man hat auch sehr oft und häufig einfach Probleme auch außerhalb von Social Media.

00:05:40: So, wir kommen zum Ende der Folge und da habe ich noch zwei Fragen an euch.

00:05:44: Was habt ihr aus dem Bild gelernt und was sollten unsere Hörerinnen über soziale Situation mitnehmen?

00:05:49: Ich glaube, es ist wichtig, dass verdeutlich wichtig, wie schwer es ist, Kontakt zu halten, auch wenn der Wunsch da ist.

00:05:55: Ich finde, man hat auch gemerkt, wie mentale Belastungen oder der mentale Zustand die Kommunikation mit Freundinnen beeinflussen kann.

00:06:04: Auch wenn es eigentlich so wirklich bewusst ist.

00:06:06: Und vielleicht auch noch mal zur Erinnerung an beide Personen für Personen, die betroffen sind oder auch nicht betroffen sind.

00:06:11: Es ist wichtig, einfach achtsam zu sein mit sich selber und auch den anderen gegenüber.

00:06:16: Man sollte keine Scham haben, über mentale Probleme zu sprechen.

00:06:19: oder auch welche zu haben.

00:06:20: Also ich denke auch, dass nicht jede fehlende Antwort gleich bedeutet, dass jemand dich gerade ignoriert und da keine Lust hat mit dir was zu unternehmen, sondern einfach im Hintergrund grad mit sich selber kämpfen muss.

00:06:34: Gibt es denn noch etwas, was ihr zum Abschluss sagen wollt?

00:06:37: Ja,

00:06:38: an alle Hörerinnen.

00:06:39: Wenn ihr jemanden kennt oder selbst unter mentalem Problem leidet und Hilfe möchtet, dann könnt ihr zum Beispiel bei der Telefonsil-Sorge anrufen mit der Nummer Nullachthundert-Eins-Eins-Eins-Null-Eins-Eins-Eins.

00:06:50: Oder ihr könnt mit denen chatten.

00:06:52: Oder eine E-Mail schreiben.

00:06:53: Die bieten selbst Hilfe an.

00:06:55: Es ist sehr wichtig, dass wir darüber gesprochen haben.

00:06:58: Und das war es somit mit unserer ersten Folge Source Session.

00:07:01: Ich bedanke mich für das gute Gespräch und wir sehen uns in der nächsten Folge.

00:07:04: Tschüss!

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